Die Geschichte Erlabrunns

Ursprünglich stand hier nur das Beyreuthergut und ein weiteres Anwesen. Die Häuser gingen aus Zinnzechen hervor, die seit dem 16. Jahrhundert "am Erelbrun" gearbeitet hatten. Das Bächlein wurde 1591 erstmals erwähnt. Eine Zinnzeche lässt sich seit 1616 in den Akten nachweisen.
"Vermutlich stammt der Name vom 'Bechel Erlebrunn', das östlich von der roten Grube in den 'Milchbach' einfällt", schreibt Walter Fröbe (S. 217). Im Jahre 1556 ist der Ort nur ein Flur- oder Bachname. Fröbe schreibt dazu: "Denn die kurfürstlichen Räte berichten in diesem Jahre anläßlich von Rainungsverhandlungen [Verhandlungen um Flurstücksgrenzen; A.K.], als die Böhmen sich auf ein 'Erlbrunn' bezogen: 'wir können uns aber nicht erkunden, an welchem Ort der Erlbrunn gelegen'." (S. 47)
1829 wurde die Talsstraße von Schwarzenberg nach Johanngeorgenstadt (und weiter nach Karlsbad) gebaut. Seit 1883 fährt die Eisenbahn durch Erlabrunn. Der Ort erhielt eine Haltestelle an der Strecke von Schwarzenberg nach Johanngeorgenstadt. Die Züge brachten viele Wochenendausflügler in den Ort, die das romantische Steinbachtal oder die Hefeklosfelsen aus Turmalingranit besuchten. Auch die Ganzmeilensäule von 1725 war ein Anziehungspunkt. Heute steht die Säule vor der Einfahrt zum Krankenhaus.

Im Oktober 1905 baute man das Hotel "Täumerhaus", nachdem das alte Gasthaus in Georgenthal ein Raub der Flammen geworden war. Das Georgenthaler "Täumerhaus" diente seit 1717 als Gaststätte und Unterkunft. 1652 war das Gebäude als Zechenhaus und Pochwerk von einem Glaubensflüchtling errichtet worden. 1687 erwarb die Anlage Christoph Teubner (mundartlich Täumer).
Das alte Täumerhaus in Georgenthal

Der Ortsteil Steinheidel entstand im 16. Jahrhundert durch den Bergbau. 1534 wird das Waldstück erstmals urkundlich erwähnt. Die Siedlung wurde nach dem Waldstück "Steinheidl" benannt, das am Brandberg (713 m NN) lag. Durch den unteren Teil des Ortes führte die Poststraße von Schneeberg über Johanngeorgenstadt nach Karlsbad. Im 20. Jahrhundert begann der Fremdenverkehr an Bedeutung.  Ein Orchestrion machte den  Gasthof "Staahaadler Aff" zum Anziehungspunkt für Wanderer. Der Ortsteil Unteres Steinheidelt entstand in den 20er- und 30er-Jahren diesen Jahrhunderts als Arbeitersiedlung.
Die Geschichte des Ortsteiles Fällbach geht ebenfalls auf den Bergbau zurück. Die Ansiedlung liegt ein Kilometer östlich des Fällberges (843 m NN). Bereits 1480 existierten am Fällbach die ersten Zinnseifen. Die Ortsteile Alberts- und Georgenthal liegen in Richtung Johanngeorgenstadt. In Alberts- und Georgenthal  wurde für die Holzstofffabriken der Firma Kübler & Niethammer die Wasserkraft in Strom umgewandelt. Im Ortsteil Georgenthal arbeitete die erste Handels-Holzschleiferei Deutschlands, die in Fässern verpackten Holzschliff herstellte.
Mehr Informationen über die Firma Kübler & Niethammer in Erlabrunn

Seine Bedeutung erhielt Erlabrunn erst durch das Bergarbeiterkrankenhaus, das 1951 eingeweiht wurde. Seit dieser Zeit bis 1967 führte der Ort den Doppelnamen Steinheidel-Erlabrunn. Ab 1967 führt der Ort den Namen Erlabrunn.
1834 wohnten 143 Menschen in Steinheidel/Erlabrunn. 1890 lebten bereits 273 Erzgebirger im Ort, zwanzig Jahre später waren es 230. Mit dem aufkommenden Fremdenverkehr stieg die Einwohnerzahl im Jahr 1939 auf 311 an. Durch den Bau des Bergarbeiterkrankenhauses exlodierte der Ort: 4500 Bewohner zählte die Gemeinde im Jahr 1950. Acht Jahre später, mit dem Rückzug der Wismut aus der Region, sinkt auch die Einwohnerzahl. Im Jahre 1964 sind 1960 Bürger gemeldet. Bis 1970 bleibt die Zahl der Einwohner mit cirka 2000 konstant. Danach ist ein stetiger Rückgang zu verzeichnen.

Literatur: Walter Fröbe, Herrschaft der Stadt Schwarzenberg bis zum 16. Jahrhundert (1150-1586), Schwarzenberg 1930.

Erlabrunn in alten Ansichten

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